Warum ein Pflegestudium Sinn macht
Ein Pflegestudium verbindet die Berufszulassung als Pflegefachperson mit einem Hochschulabschluss. Es eröffnet wissenschaftlich fundierte Zugänge zur Versorgung und weitere akademische Entwicklungsmöglichkeiten.

Pflegestudium – eine Alternative zur beruflichen Ausbildung?
Ein primärqualifizierendes Pflegestudium verbindet einen Hochschulabschluss mit der staatlichen Berufszulassung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder Pflegefachperson. Es vermittelt wissenschaftliche und praktische Kompetenzen für die Pflege von Menschen aller Altersstufen.
Zugang zum Studium
Die Zugangsvoraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes. Neben dem Abitur gibt es weitere Zugangswege. Gleichwertige Leistungen können angerechnet werden; eine erfolgreich abgeschlossene berufliche Pflegeausbildung soll das Studium nach den Informationen des zuständigen Bundesministeriums um die Hälfte verkürzen.
Studieninhalte
Das generalistisch ausgerichtete Studium dauert mindestens drei Jahre. Es umfasst mindestens 2.100 Stunden theoretische und praktische Lehrveranstaltungen an der Hochschule sowie mindestens 2.300 Stunden Praxiseinsätze. Diese finden unter anderem in der ambulanten und stationären Akut- und Langzeitpflege statt.
Zu den Inhalten gehören Pflegewissenschaft, evidenzbasiertes Arbeiten, die Planung und Gestaltung komplexer Pflegeprozesse, Qualitätsentwicklung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen. Seit 2025 werden zudem erweiterte Kompetenzen zur selbstständigen Ausübung von Heilkunde in gesetzlich bestimmten Bereichen vermittelt. Die konkrete Studienorganisation, etwa die Zahl der Semester oder Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte, hängt von der jeweiligen Hochschule ab.
Medizinische und pflegerische Handlungsfelder sind beispielsweise:
- chirurgische, internistische, neurologische und onkologische Pflege,
- Pflege von Kindern und Jugendlichen,
- Pflege rund um Geburt und Neugeborenenversorgung,
- gerontologische und geriatrische Pflege,
- Palliative Care und
- psychiatrische Pflege.
Berufliche Perspektiven
Absolventinnen und Absolventen können in unterschiedlichen Bereichen der ambulanten und stationären Versorgung arbeiten. Der akademische Abschluss eröffnet darüber hinaus Wege in Qualitätsentwicklung, Beratung, Lehre oder Forschung; für bestimmte Tätigkeiten ist ein weiterführender Masterabschluss erforderlich.
Welche Position unmittelbar nach dem Bachelor infrage kommt, hängt vom Studienprofil, von der Berufszulassung, von Praxiserfahrung und von den Anforderungen des Arbeitgebers ab.
Unterschiede zur „klassischen“ Ausbildung
Die berufliche Pflegeausbildung und das Pflegestudium führen beide zu einer staatlichen Berufszulassung, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Das Studium verbindet die praktische Qualifikation mit vertieften wissenschaftlichen Kompetenzen und einem akademischen Grad. Dadurch kann es insbesondere für Menschen interessant sein, die evidenzbasierte Versorgung mit späteren Aufgaben in Entwicklung, Lehre oder Forschung verbinden möchten.
Welche Route besser passt, hängt von den persönlichen Lernzielen, den Zugangsvoraussetzungen und dem gewünschten Berufsweg ab.
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