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Hautarzt / Hautärztin: Arbeitsschwerpunkte und Berufsbild

Hautkrankheiten sind weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dermatologinnen und Dermatologen arbeiten überwiegend ambulant; stationär werden vor allem komplexe Erkrankungen behandelt. Ende 2025 waren rund 30 % der berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzte 60 Jahre oder älter, der Frauenanteil lag bei rund 62 %.

Das Bild zeigt eine Lupe die illustrativ bedenkliche Flecken auf der Haut zeigt.

Die Geschichte der Hautmedizin reicht bis ins alte Ägypten und Griechenland zurück, wo erste Behandlungen und Studien zur Hautgesundheit dokumentiert sind. Heute ist die Dermatologie ein hochspezialisiertes medizinisches Fachgebiet, das sich dank intensiver Forschung stetig weiterentwickelt.

Dermatologen und Dermatologinnen behandeln das größte Organ des menschlichen Körpers – die Haut. Sie schützt vor Umwelteinflüssen, reguliert die Körpertemperatur und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem. Hautärzte und Hautärztinnen arbeiten vorwiegend in niedergelassenen Praxen, speziellen Abteilungen in Krankenhäusern und Kliniken sowie Universitätskrankenhäusern. Ihre Tätigkeit umfasst die Diagnostik, Therapie und Prävention von Hauterkrankungen. 

Begriffliche und inhaltliche Abgrenzungen 

Die Begriffe Dermatologe / Dermatologin und Hautarzt / Hautärztin werden synonym verwendet. Die Bezeichnung Hautarzt oder Hautärztin ist in der Alltagssprache populärer, während Dermatologe oder Dermatologin eher ein Terminus der Fachsprache ist und im medizinischen Kontext häufiger verwendet wird​. In der Dermatologie gibt es drei wesentliche Arbeitsschwerpunkte: Hautkrankheiten, Geschlechtskrankheiten und Schönheitsmedizin.

Hautkrankheiten

Dazu gehören Erkrankungen wie Akne, Ekzeme, Psoriasis und Hautkrebs. Diese Krankheiten betreffen hauptsächlich die Haut und ihre Anhangsgebilde wie Haare und Nägel. Behandlungen können topische Therapien, systemische Medikamente oder operative Eingriffe umfassen.

Geschlechtskrankheiten

Diese umfassen sexuell übertragbare Infektionen (STIs) wie Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien und HPV-Infektionen. Der Fokus liegt auf der Diagnose und Behandlung von Infektionen, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden, oft unter Einbeziehung der Genitalien und umliegenden Schleimhäute.

Schönheitsmedizin

Die Schönheitsmedizin hat in der Dermatologie einen immer stärkeren Einfluss. Dermatologen und Dermatologinnen bieten eine Vielzahl von ästhetischen Behandlungen an, die das Aussehen der Haut verbessern sollen. Dazu gehören:

  • Faltenbehandlungen: Einsatz von Botox und Fillern, um Falten zu glätten und Volumen zu verleihen.
  • Lasertherapien: Entfernung von Pigmentflecken, Narben und Tattoos sowie Hautstraffung.
  • Chemische Peelings: Verbesserung der Hautstruktur und Reduktion von Hautunreinheiten.
  • Haarentfernung: Dauerhafte Entfernung unerwünschter Haare mittels Laser.
  • Behandlung von Besenreisern und Krampfadern: Verödung oder Entfernung dieser sichtbaren Gefäße​.

Was macht ein Hautarzt / eine Hautärztin?

Eine bevölkerungsbezogene EADV-Studie in 27 europäischen Ländern ergab, dass 43,35 % der befragten Erwachsenen in den vorausgegangenen zwölf Monaten mindestens eine dermatologische Erkrankung oder Hautveränderung angegeben hatten. Der formal korrekte Begriff in Deutschland lautet Facharzt / Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Zu den wichtigsten Tätigkeitsbereichen gehören:

  • Behandlung von Hautkrankheiten wie Ekzemen, Psoriasis und Akne
  • Erkennung und Therapie von Hautkrebs, darunter Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome und Melanome
  • Durchführung operativer Eingriffe, z.B. Entfernung von Hauttumoren
  • Behandlung allergischer Reaktionen
  • Ästhetische Eingriffe wie Faltenbehandlungen und Entfernung von Muttermalen
  • Ein weiterer wichtiger Bereich in der Dermatologie ist die Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Diese umfassen sexuell übertragbare Infektionen (STIs) wie Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien und HPV-Infektionen.

Die Hautkrebsfrüherkennung soll weißen und schwarzen Hautkrebs möglichst früh erkennen. Gesetzlich Versicherte können in Deutschland ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei am Hautkrebsscreening teilnehmen; einige Krankenkassen bieten zusätzliche Leistungen für jüngere Versicherte an.

Dermatologische Versorgung in Deutschland

Zum 31. Dezember 2025 waren laut Bundesärztekammer 6.820 Ärztinnen und Ärzte im Gebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten berufstätig. In den Altersgruppen 60 bis 65 und über 65 Jahre waren zusammen 2.030 Personen erfasst, entsprechend rund 30 %.

Schwerpunkt in der ambulanten Medizin

Die Hautmedizin ist überwiegend ambulant geprägt. Ende 2025 arbeiteten 5.258 der 6.820 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte dieses Gebiets ambulant, also rund 77 %. Dazu zählen sowohl Niedergelassene als auch ambulant angestellte Ärztinnen und Ärzte.

Stationäre Versorgung für komplexere Behandlungen

In der stationären Medizin werden vor allem komplexere Erkrankungen und Operationen behandelt, die eine intensive Betreuung erfordern. Ende 2025 waren dort 1.167 Ärztinnen und Ärzte des Gebiets tätig, entsprechend rund 17 % aller Berufstätigen; weitere Personen arbeiteten in Behörden, Körperschaften oder sonstigen Bereichen.

Frauenanteil in der Dermatologie

Der Frauenanteil lag Ende 2025 bei 4.237 von 6.820 Berufstätigen, also rund 62 %. Unter den 365 im Jahr 2025 neu anerkannten Facharztbezeichnungen entfielen 246 auf Ärztinnen, entsprechend rund 67 %.

Häufigste Erkrankungen in der Dermatologie

Hautkrankheiten sind weit verbreitet und können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.

Akne

Akne ist die häufigste Hauterkrankung, besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie äußert sich durch Pusteln, Mitesser und entzündete Hautpartien, meist im Gesicht, am Rücken und an der Brust. Akne entsteht durch eine Überproduktion von Talg und verstopfte Hautporen.

Ekzeme

Ekzeme, auch Dermatitis genannt, sind entzündliche Hauterkrankungen, die juckende, schuppige und rote Hautstellen verursachen. Atopische Dermatitis, bekannt als Neurodermitis, ist eine häufige Form, die oft bei Kindern auftritt und durch genetische und umweltbedingte Faktoren ausgelöst wird.

Psoriasis

Psoriasis, oder Schuppenflechte, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die sich durch schuppige, rötliche Hautflecken zeigt. Diese Flecken können überall am Körper auftreten und sind oft von Juckreiz und Schmerzen begleitet. Genetische Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle.

Hautkrebs

Hautkrebs ist eine ernsthafte Hauterkrankung. Die häufigsten Formen sind Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome, die durch übermäßige UV-Strahlung entstehen. Melanome sind die gefährlichste Form und können schnell metastasieren, wenn sie nicht frühzeitig behandelt werden.

Rosacea

Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung, die hauptsächlich das Gesicht betrifft und zu Rötungen, Schwellungen und manchmal zu Pusteln führt. Sie tritt vorwiegend bei Erwachsenen im mittleren Alter auf und kann durch Faktoren wie Hitze, Stress und bestimmte Lebensmittel verschlimmert werden.

Herpesinfektionen

Herpesinfektionen, verursacht durch Herpes-Simplex-Viren, führen zu schmerzhaften Bläschen und Geschwüren, meist um den Mund (Lippenherpes) oder im Genitalbereich (Genitalherpes). Diese Viren bleiben lebenslang im Körper und können durch Stress oder ein geschwächtes Immunsystem reaktiviert werden.

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine atopische Dermatitis, die durch entzündete, juckende und trockene Haut gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung tritt häufig in der Kindheit auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Auslöser sind oft Allergene, Stress und Hautreizstoffe.

Warzen

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht werden. Sie treten häufig an Händen und Füßen auf und können schmerzhaft sein, besonders wenn sie sich an belasteten Stellen wie den Fußsohlen befinden.

Facharztausbildung und berufliche Perspektiven

Die Dermatologie ist ein attraktiver und großer medizinischer Fachbereich mit hervorragenden beruflichen Chancen. Sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung gibt es vielfältige und gute berufliche Perspektiven.

Facharztausbildung

Die Ausbildung zum Hautarzt / zur Hautärztin dauert insgesamt fünf Jahre (60 Monate). Diese erfolgt an anerkannten Weiterbildungsstätten, darunter Universitätskliniken, spezialisierte dermatologische Abteilungen in Krankenhäusern und ambulante Praxen. Während der Ausbildung erwerben die Mediziner umfassende Kenntnisse in der Diagnostik und Behandlung von Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie in der Durchführung operativer und ästhetischer Eingriffe.

Gehalt in der stationären Versorgung

Das Gehalt von Hautärztinnen und Hautärzten in stationären Einrichtungen richtet sich nach Position, Arbeitgeber, Tarifbindung und Berufserfahrung. Im TV-Ärzte/VKA gelten vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 beispielsweise folgende monatliche Bruttogrundentgelte:

  • Ärztinnen und Ärzte im 3. Tätigkeitsjahr (EG I): 6.278,07 EUR
  • Fachärztinnen und Fachärzte im 3. Jahr der fachärztlichen Tätigkeit (EG II, Stufe 1): 7.552,19 EUR
  • Oberärztinnen und Oberärzte im 3. Jahr der oberärztlichen Tätigkeit (EG III, Stufe 1): 9.459,56 EUR

Dienste, Zuschläge und individuelle Vereinbarungen sind in diesen Grundentgelten nicht enthalten.

Einkommen in der ambulanten Versorgung

In der ambulanten Versorgung hängt das wirtschaftliche Ergebnis unter anderem von Praxisform, Leistungsangebot, Kostenstruktur und Zahl der Inhaberinnen und Inhaber ab. Die Kostenstrukturstatistik 2024 weist für Praxen der Haut- und Geschlechtskrankheiten einen durchschnittlichen Reinertrag von 339.000 EUR und einen Median von 252.000 EUR je Praxis aus. Der Praxisreinertrag ist weder mit dem persönlichen Einkommen noch mit dem Praxisgewinn gleichzusetzen.

Gute Chancen zur Übernahme von Praxen

Die Altersstruktur kann in den kommenden Jahren zu Nachbesetzungen führen. Ob eine Praxis übernommen oder neu gegründet werden kann, hängt jedoch unter anderem von Zulassung, Standort, Finanzierung und der konkreten Versorgungssituation ab.

Letzte Aktualisierung
21.09.2026
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildgestaltung
Hanna Hillier

Quellen

  1. EADV: Burden of Skin Disease in Europe
  2. Krebsinformationsdienst: Hautkrebsscreening und Hautkrebs-Früherkennung
  3. Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025
  4. Statistisches Bundesamt: Kostenstruktur Arztpraxen 2024 nach Fachgebieten
  5. Deutsche Dermatologische Gesellschaft

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