Facharzt-Weiterbildung Radiologie

Die Radiologie verbindet diagnostische Bildgebung mit interventionellen Verfahren. Die Facharztweiterbildung eröffnet Tätigkeiten in Kliniken und Praxen; Arbeitszeiten, Vergütung und Perspektiven hängen vom konkreten Arbeitsplatz und Träger ab.

Die Illustration zeigt einen MRT-Scanner.

Die Radiologie umfasst die Erkennung von Krankheiten mittels ionisierender Strahlen, kernphysikalischer und sonographischer Verfahren. Zusätzlich beinhaltet sie die Anwendung interventioneller, minimal-invasiver radiologischer Methoden. Die Facharztweiterbildung Radiologie bereitet Ärzte darauf vor, diese Techniken für Diagnose und Behandlung von Krankheiten  einzusetzen.

Die Radiologie ist ein großer medizinischer Fachbereich. Zum 31. Dezember 2025 waren laut Bundesärztekammer 10.370 Ärztinnen und Ärzte in der zusammengefassten Gebietsgruppe Radiologie berufstätig; 4.755 arbeiteten ambulant und 4.987 stationär. 

Dieser Blogpost gibt einen Überblick über die Struktur, Inhalte und Anforderungen dieser Facharztweiterbildung.

Abgrenzung zu Nuklearmedizin und Strahlentherapie

Radiologie konzentriert sich auf bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT, MRT und Ultraschall zur Krankheitserkennung. Im Gegensatz dazu nutzt die Nuklearmedizin radioaktive Substanzen zur Darstellung von Organfunktionen und Stoffwechselprozessen. Die Strahlentherapie verwendet ionisierende Strahlung gezielt zur Behandlung von Krebserkrankungen. 

Während die Radiologie vor allem morphologische Bildgebung und bildgestützte Interventionen umfasst, verbindet die Nuklearmedizin Funktionsdiagnostik mit radionuklidbasierten Therapien. Die Strahlentherapie konzentriert sich auf die Behandlung mit ionisierender Strahlung.

Arbeitsschwerpunkte der Radiologie

Die Radiologie verbindet diagnostische Bildgebung und therapeutische Interventionen. Sie ist in der medizinischen Versorgung eine klinische Schnittstelle zwischen Diagnose und Behandlung.  Radiologen arbeiten eng mit anderen medizinischen Fachbereichen in der Patientenversorgung zusammen.

Einsatzbereiche 

Diagnostische Bildgebung in der Radiologie: Einsatz von Röntgen, Computertomografie, Magnetresonanztomografie und Ultraschall zur Erkennung von Krankheiten und Darstellung von Körperstrukturen.

Interventionelle Radiologie: Anwendung bildgebender Verfahren für therapeutische Zwecke wie Angioplastie, Tumorablation und das Einlegen von Drainagen.

Spezialisierungen in der Radiologie: Möglichkeit zur Weiterbildung in Kinderradiologie und Neuroradiologie. Die Kinderradiologie ist auf die Erfordernisse der Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Die Neuroradiologie legt den Schwerpunkt auf die interventionelle Therapie von Gehirn, Rückenmark und Nervensystem.

Diagnose- und Untersuchungsverfahren:

  • Röntgendiagnostik, hauptsächlich für Lungen-, Skelett- und Brustuntersuchungen.
  • Computertomografie für detaillierte Körperquerschnitte.
  • Magnetresonanztomografie für Weichteildarstellungen ohne ionisierende Strahlung.
  • Ultraschall für Untersuchungen von Bauchorganen und anderen Bereichen ohne Strahlenbelastung.

Facharztweiterbildung Radiologie: Dauer, Struktur und Weiterbildungsstätte

Die Facharztweiterbildung Radiologie dauert nach der aktuellen MWBO 60 Monate unter Befugnis an anerkannten Weiterbildungsstätten. Zum Kompetenzerwerb können bis zu zwölf Monate Weiterbildung in anderen Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung erfolgen.

Die verbindlichen Anforderungen ergeben sich aus der Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer. Die Schwerpunkt-Weiterbildungen Kinder- und Jugendradiologie sowie Neuroradiologie bauen auf der Facharztanerkennung Radiologie auf und sind nicht Teil einer frei anrechenbaren zweiten Zwölfmonatsregel.

Weiterbildungsinhalte 

Die Weiterbildungsinhalte für die Facharztweiterbildung sind in den Weiterbildungsverordnungen der Landesärztekammern festgelegt. 

In der Facharztweiterbildung Radiologie werden u.a. folgende Fachkenntnisse vermittelt:

  • Untersuchungen mit ionisierenden Strahlen und kernphysikalischen Verfahren.
  • Radiologische Untersuchungsverfahren mit ionisierenden Strahlen, inklusive Befundung.
  • Magnetresonanzverfahren und Spektroskopie, inklusive Befundung.
  • Sonographie, inklusive Befundung.
  • Interventionell-radiologische Verfahren, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit.
  • Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen, Behandlung akuter Schmerzzustände.
  • Erkennung und Behandlung akuter Notfälle, lebensrettende Maßnahmen.
  • Grundlagen der Strahlenbiologie und -physik, Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen.
  • Physikalische Grundlagen der Magnetresonanzverfahren, Biophysik, Patientenüberwachung und Sicherheitsmaßnahmen.
  • Grundlagen des Strahlenschutzes für Patienten und Personal, Gerätekunde.

Die Untersuchungs- und Behandlungsverfahren in der Radiologie umfassen:

  • Ultraschalluntersuchungen, inklusive Doppler-/Duplex, an allen Organen.
  • Radiologische Diagnostik, einschließlich Computertomographie, an Skelett, Gelenken, Schädel, Rückenmark, Thorax, Abdominalorganen, Urogenitaltrakt, Mamma und Gefäßen.
  • Magnetresonanztomographien an Hirn, Rückenmark, Nerven, Skelett, Gelenken, Weichteilen, Mamma, Thorax, Abdomen, Becken und Gefäßen.
  • Interventionelle und minimal-invasive radiologische Verfahren wie Gefäßpunktionen, rekanalisierende Maßnahmen, Implantate und gefäßverschließende Verfahren.
  • Punktionen zur Gewebegewinnung und Drainagen von Flüssigkeitsansammlungen.
  • Perkutane Therapie bei Schmerzzuständen und Tumoren, ablative und gewebestabilisierende Verfahren.

Gehalt während der Facharztweiterbildung

Für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA gilt vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 in Entgeltgruppe I folgende monatliche Grundvergütung:

  • 1. Jahr: 5.722,05 €
  • 2. Jahr: 6.046,42 €
  • 3. Jahr: 6.278,07 €
  • 4. Jahr: 6.679,58 €
  • 5. Jahr: 7.158,37 €
  • 6. Jahr: 7.355,29 €

Andere Träger und radiologische Praxen können abweichende Tarifwerke oder individuelle Verträge anwenden. Aus dem TV-Ärzte/VKA lässt sich kein allgemeiner Gehaltsaufschlag für Praxen ableiten.

Berufliche Perspektiven

Die Radiologie verbindet technologischen Fortschritt und medizinische Fachkompetenz. Sie lässt sich grob in diagnostische und interventionelle Radiologie unterteilen. Radiologinnen und Radiologen arbeiten in Kliniken, Krankenhäusern und Praxen; neben einer Anstellung ist auch eine Niederlassung möglich. 

Arbeitsbedingungen und Dienstbelastung unterscheiden sich zwischen Klinik, Praxis und interventionellen Schwerpunkten. Eine Niederlassung kann wegen bildgebender Großgeräte und weiterer Infrastruktur hohe Investitionen erfordern; allgemeingültige Aussagen zu Reinertrag oder persönlichem Einkommen lassen sich daraus nicht ableiten.


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