Was verdienen Klinikärzte/Klinikärztinnen 2025/2026?

Mediziner/Medizinerinnen zählen in Deutschland zu den bestverdienenden Berufsgruppen. Wie hoch sind die Gehälter in Kliniken und Krankenhäusern, und welche Unterschiede gibt es je nach Position?

Bildnachweis: shutterstock_1980254990

Kaum Unterschiede zwischen Tarifverträgen

Das Gehalt von Klinikärztinnen und Klinikärzten ist tariflich geregelt und transparent. Die verschiedenen Tarifwerke – etwa für Unikliniken, den öffentlichen Dienst oder freigemeinnützige und private Träger – unterscheiden sich in der Grundvergütung nur geringfügig. Ein Vergleich der Tarifverträge zwischen den Trägern ist aufgrund unterschiedlicher Laufzeitennur eingeschränkt möglich.

Die Differenz der Basisentgelte zwischen den Tarifwerken beträgt maximal rund 5 %. Größere Unterschiede bestehen vor allem bei der Altersvorsorge und zusätzlichen Leistungen.

Durch Bereitschafts- und Rufdienste kann das Gehalt je nach Umfang um 20–40 % steigen.

Gehälter Assistenzärzte/Assistenzärztinnen

In kommunalen Krankenhäusern steigt das Gehalt von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten jährlich um etwa 4–6 % entsprechend der Berufserfahrung. 

Die aktuelle Tarifeinigung mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) sieht Gehaltserhöhungen bis Mai 2026  in zwei Stufen vor. Die Angaben beziehen sich auf die Grundvergütung und berücksichtigen keine Zulagen oder Entgelte für Dienste.

  • Stufe 1: bis 31. Juli 2025
  • Stufe 2: vom 1. August 2025 bis zum 31. Mai 2026 


Gehaltstabelle für Assistenzärzte/-ärztinnen

Tarifvereinbarung für kommunale Krankenhäuser gültig bis Mai 2026 
 

ab dem 1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr5. Jahr6. Jahr
Stufe 1 bis 31. Juli 20255.499,855.811,636.034,286.420,216.880,407.069,68
Stufe 2 gültig bis 31. Mai 20265.609,855.927,866.154,976.548,617.018,017.211,07


Gehälter Facharzt/Fachärztin

Der Ärztemangel in vielen Krankenhäusern und Kliniken führt dazu, dass Fachärztinnen und Fachärzte oft bereits nach ein bis zwei Jahren in oberärztliche Funktionen aufsteigen. Sie übernehmen frühzeitig erweiterte Verantwortungsbereiche, die traditionell Oberärztinnen und Oberärzten vorbehalten waren. 

In Unikliniken sowie in Maximal- und Schwerpunktversorgern sind die Anforderungen für eine Oberarztposition strikter. Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten dort häufig ohne Oberarztstatus an ihrer Habilitation oder sind in Einzelfällen bereits habilitiert.

Kleinere Kliniken mit Besetzungsproblemen oder Rehabilitationskliniken im ländlichen Raum sind aufgrund der Marktlage eher bereit, Facharztstellen in Oberarztstellen umzuwandeln oder zumindest vergleichbar zu vergüten.

Die aktuelle Tarifeinigung mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) sieht Gehaltserhöhungen in zwei Stufen vor. Die Angaben beziehen sich auf die Grundvergütung und berücksichtigen keine Zulagen oder Entgelte für Dienste.

  • Stufe 1: bis 31. Juli 2025
  • Stufe 2: 1. August 2025 bis 31. Mai 2026


Gehaltstabelle für Fachärzte/-ärztinnen

Tarifvereinbarung für kommunale Krankenhäuser gültig bis Mai 2026 

 

ab dem1. Jahr4. Jahr7. Jahr9. Jahr11. Jahr13. Jahr
Stufe 1 bis 31. Juli 20257.258,937.867,558.401,968.713,719.018,009.322,29
Stufe 2 gültig bis 31. Mai 20267.404,118.024,908.570,008.887,989.198,369.508,74


Gehälter Oberarzt/Oberärztin

Das tarifgebundene Gehalt von Oberärztinnen und Oberärzten in Kliniken liegt anfangs leicht unter der höchsten Facharzt-Stufe. Laut dem Tarif gültig für kommunale Krankenhäuser beginnt das Gehalt für Oberärztinnen und Oberärzte bei etwa 9.100 € und steigt auf bis zu 10.400 € pro Monat. 

Mit zunehmender Erfahrung und wachsender Verantwortung werden leitende Oberarztpositionen häufig außertariflich vergütet. Zusätzlich zur tariflichen Bezahlung können Zulagen wie Poolbeteiligungen oder Einnahmen aus Gutachten das Einkommen erheblich steigern, sodass die Jahreseinkommen in dieser Gruppe stark variieren.

Die aktuelle Tarifeinigung mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) sieht Gehaltserhöhungen in zwei Stufen vor. Die Angaben beziehen sich auf die Grundvergütung und berücksichtigen keine Zulagen oder Entgelte für Dienste.

  • Stufe 1: bis 31. Juli 2025
  • Stufe 2: 1. August 2025 bis 31. Mai 2026


Gehaltstabelle für Oberärzte/-ärztinnen

Tarifvereinbarung für kommunale Krankenhäuser gültig bis Mai 2026 

 

ab dem1. Jahr4. Jahr7. Jahr
Stufe 1 bis 31. Juli 20259.092,249.626,6210.391,15
Stufe 2 gültig bis 31. Mai 20269.274,089.819,1510.598,97


Die Bruttogehälter von Oberärztinnen und Oberärzten mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung in kleineren Akutkliniken im ländlichen Raum oder größeren Rehabilitationskliniken liegen inklusive Poolbeteiligung und Diensten durchschnittlich zwischen 120.000 und 130.000 Euro pro Jahr.

Durch zusätzliche Zulagen und außertarifliche Vergütungen können die Einkommen jedoch deutlich höher ausfallen. Erfahrene Oberärztinnen und Oberärzte in operativen Fachgebieten größerer Kliniken erreichen nicht selten Jahresgehälter von über 150.000 Euro.

Das Jahresgrundgehalt von Leitenden Oberärztinnen und Oberärzten liegt im Schnitt etwa p.a. 15.000 - 20.000 Euro über dem Einkommen erfahrener Oberärztinnen und Oberärzte.

Laut Tarifeinigung mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) gelten seit dem vom 1. August 2025 bis zum 31. Mai 2026 für Leitende Oberärztinnen und Oberärzte folgende Entgelte:

  • 1. Berufsjahr: 10.909,30 € monatlich
  • 4. Berufsjahr: 11.689,17 € monatlich


Gehälter Chefarzt/Chefärztin

Chefärztinnen und Chefärzte übernehmen die medizinische und organisatorische Leitung einer Abteilung oder Klinik. Sie tragen Verantwortung für medizinische Qualität, Forschung und Entwicklung, wirtschaftliche Effizienz sowie strategische und vertriebliche Aufgaben. Ihre Position ist in Funktion und Verantwortung mit gehobenen Managementrollen in Industrie und Dienstleistung vergleichbar.

Gehaltsspanne und Einflussfaktoren

Die Gehälter von Chefärztinnen und Chefärzten variieren stark und hängen maßgeblich von der Größe der Abteilung, der medizinischen Reputation sowie dem Renommee und der Größe der Einrichtung ab. Auch der Standort und die Trägerschaft spielen eine Rolle – in Kliniken im ländlichen Raum sind die Gehälter tendenziell niedriger.

Im Gegensatz zu Assistenz-, Fach- und Oberärztinnen und -ärzten sind Chefärztinnen und Chefärzte nicht tarifgebunden. Ihr Gehalt ist Verhandlungssache.

Erfahrungswerte für Jahresgehälter in Krankenhäusern (Auswahl nach Fachbereichen):

  • Geriatrie: 200.000 € – 280.000 €
  • Anästhesie/Intensivmedizin: 250.000 € – 350.000 €
  • Orthopädie und Unfallchirurgie: 250.000 € – 380.000 €
  • Radiologie: 280.000 € – 400.000 €
  • Innere Medizin: 200.000 € – 400.000 €

In Einzelfällen können die Gehälter deutlich über diese Bandbreiten hinausgehen. Entscheidend sind dabei die Bettenzahl, die Struktur der Klinik sowie die Berufserfahrung. Bei langjähriger Tätigkeit als Chefärztin oder Chefarzt sind Jahreseinkommen von über 500.000 € nicht unüblich.

Gehälter in Rehakliniken

Chefärztinnen und Chefärzte in Rehabilitationskliniken verdienen in der Regel weniger als in Akutkliniken. Die Gehaltsspanne liegt hier zwischen 180.000 € und 280.000 €. Einkommen über 300.000 € sind eher selten und setzen meist eine große Klinik mit hohem Privatpatientenanteil voraus. In Rehakliniken beeinflussen Größe, Lage und Privatpatientenanteil das Gehalt stärker als die Fachrichtung.


Letzte Aktualisierung
18.03.2025
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildnachweis
Bildnachweis: shutterstock_1980254990

Finde die passende Stelle im Gesundheitswesen

Zur Jobsuche

Karriere im Gesundheitswesen? Hier finden Sie passende Stellenangebote! Entdecken Sie unsere Jobbörse und lassen Sie sich von spannenden Jobangeboten inspirieren.

Zur Jobsuche
Zur Jobsuche