Ist Fasten gesund?

Fasten bietet die Möglichkeit, Körper und Geist zu revitalisieren und eine neue Energiequelle für ganzheitliches Wohlbefinden zu erschließen. Durch bewussten Verzicht gewinnen wir mentale Klarheit und stärken unsere körperliche Vitalität.

Ist Fasten gesund?

Fasten ist keine Diät

Fasten bezeichnet eine freiwillige und zeitlich begrenzte Enthaltung von Nahrung, Getränken oder bestimmten Genussmitteln. Es ist in vielen Kulturen und Religionen verbreitet und kann unterschiedliche Formen annehmen. 

Der gesellschaftliche Hintergrund des Fastens ist vielfältig. In einigen Kulturen hat es religiöse Bedeutung, wie beispielsweise im Ramadan des Islam oder während der christlichen Fastenzeit. In anderen Fällen wird Fasten als eine Möglichkeit zur Reinigung des Körpers und zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden angesehen. 

Das gemeinsame Fasten in der Gesellschaft kann auch eine soziale und solidarische Komponente haben, indem es das Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer stärkt und zu einem Gefühl der Gemeinschaft beiträgt.

Körperliche Auswirkungen durch Fasten

Die physiologischen Auswirkungen des Fastens können je nach Fastenmethode, Dauer und individueller Reaktion variieren. Es ist wichtig, sich vor dem Fasten gründlich zu informieren und gegebenenfalls Rücksprache mit einem Arzt oder Ernährungsexperten zu halten.

  • Stoffwechselumschaltung: Beim Fasten wechselt der Körper von der Verwertung von Kohlenhydraten als Energiequelle zur Nutzung von Fettreserven. Dies führt zur Ketose, bei der der Körper Ketone als alternative Energiequelle produziert.
  • Insulinsensitivität: Das Fasten kann die Insulinsensitivität verbessern, da der Insulinspiegel sinkt und die Zellen empfindlicher auf das Hormon reagieren können. Dies kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel stabiler zu halten.
  • Autophagie: Beim Fasten wird Autophagie gefördert, ein zellulärer Reinigungsprozess, bei dem beschädigte oder nicht mehr benötigte Zellkomponenten abgebaut werden. Dies kann eine positive Wirkung auf die Zellgesundheit und den Stoffwechsel haben.
  • Entzündungshemmende Effekte: Das Fasten kann entzündungshemmende Prozesse im Körper fördern. Durch die Reduzierung von Entzündungsreaktionen können bestimmte gesundheitliche Zustände wie chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen positiv beeinflusst werden.
  • Hormonelle Anpassungen: Während des Fastens kann es zu Veränderungen im Hormonhaushalt kommen. Insbesondere steigt das Wachstumshormon an, was den Fettabbau und die Muskelregeneration unterstützen kann.

Psychologische Effekte beim Fasten

Die psychologischen Effekte des Fastens können individuell stark variieren  und Fasten ist nicht für jeden Menschen geeignet ist. Personen mit Essstörungen oder psychischen Erkrankungen sollten vor dem Fasten professionellen Rat einholen.

Die psychologische Effekte sind:

  • Disziplin und Selbstkontrolle: Das Fasten erfordert Disziplin und Selbstkontrolle, da man bewusst auf Nahrung verzichtet. Dies kann zu einem gestärkten Gefühl der Selbstbeherrschung und des eigenen Willens führen.
  • Achtsamkeit und Selbstreflexion: Während des Fastens kann man sich bewusster mit dem eigenen Körper und den eigenen Bedürfnissen auseinandersetzen. Dies kann zu einer erhöhten Achtsamkeit führen und Raum für Selbstreflexion bieten.
  • Verbesserte geistige Klarheit: Einige Menschen berichten während des Fastens von einer erhöhten geistigen Klarheit und Konzentration. Dies kann mit der Stoffwechselumschaltung und der Nutzung von Ketonen als Energiequelle zusammenhängen.
  • Stimmungsaufhellung: Einige Studien legen nahe, dass das Fasten positive Auswirkungen auf die Stimmung haben kann. Es wird berichtet, dass sich Menschen nach einer Fastenperiode energiegeladen und positiver fühlen.
  • Bewusster Umgang mit Essen: Das Fasten kann zu einem bewussteren und achtsameren Umgang mit Essen führen. Durch die zeitlich begrenzte Enthaltung kann eine neue Wertschätzung für Nahrung und eine bewusstere Auswahl von Lebensmitteln entstehen.

Das Fasten kann für einige Menschen sinnvoll sein, insbesondere wenn es unter ärztlicher Aufsicht und für einen begrenzten Zeitraum durchgeführt wird. Es kann helfen, den Stoffwechsel anzukurbeln, Gewicht zu reduzieren und die Insulinsensitivität zu verbessern.

Allerdings birgt das Fasten auch Gefahren, insbesondere wenn es unsachgemäß oder über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird. Es besteht das Risiko von Mangelernährung, Elektrolytstörungen, Muskelschwund und einer gesteigerten Anfälligkeit für Essstörungen. Zudem sollten Schwangere, stillende Frauen, Kinder, ältere Menschen und Personen mit bestimmten gesundheitlichen Bedingungen das Fasten meiden oder vorher mit einem Arzt konsultieren.


Letzte Aktualisierung
22.06.2023
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildnachweis
shutterstock_1918149815

Finde die passende Stelle im Gesundheitswesen

Zur Jobsuche

Karriere im Gesundheitswesen? Hier finden Sie passende Stellenangebote! Entdecken Sie unsere Jobbörse und lassen Sie sich von spannenden Jobangeboten inspirieren.

Zur Jobsuche
Zur Jobsuche